Wie gelingt Veränderung?

Veränderung braucht mehr als einen Entschluss

 

Wie funktioniert Veränderung?

Wie dein Gehirn Veränderung zu verhindern versucht und ​worauf du achten musst, um doch etwas zu ändern​

Ständig wollen wir etwas verändern: Wir wollen abnehmen, gesünder essen, mehr Sport machen, meditieren, alte Freunde öfter besuchen, weniger arbeiten und vieles mehr.

Voller Enthusiasmus beginnen wir mit den neuen Aktivitäten. Wir kaufen gesund ein, melden uns im Fitnessstudio an (Fitnessstudios machen momentan die Hälfte ihres Jahresumsatzes) und verabreden uns endlich wieder. Wir sind begeistert von uns!

Endlich schaffen wir es etwas zu verändern.

Der Enthusiasmus der ersten Tage gefolgt vom…

Der Kater folgt leider meist in sehr kurzer Zeit und mit ihm die darauf folgende herbe Enttäuschung. Waren es in der ersten Woche noch drei Besuche im Fitnessstudio und wir kamen mit stolzgeschwellter Brust nach Hause, um dort einen Salat zu knabbern, waren es in der zweiten Woche noch zwei Besuche und in der dritten hatten wir leider keine Zeit.

Ich denke, du weißt, worauf ich hinaus will…..

Die meisten Neujahrsvorsätze halten ca. 4 Wochen, wenn überhaupt. Gerade im Bereich Gesundheit oder Gewicht verlieren ist die Rate der Erfolgreichen verschwindend gering. Gerade mal 1% der Menschen, die Gewicht verlieren wollen schafft es – und von diesen 1% haben wiederum 99% nach einem Jahr ihr altes Gewicht wieder erreicht.

Das ist ernüchternd bis frustrierend

Die Gründe, weshalb die meisten Veränderungsvorhaben „scheitern“ sind vielfältig. Die meisten Wirkfaktoren, die Veränderungen so schwer machen, sind den meisten Menschen nicht bewusst.

Gesellschaftlich wird immer so getan, als sei Veränderung normal und leicht. In vielen Selbsthilfebüchern wird davon gesprochen, dass man in „4 Wochen glücklich werden“  oder in „8 Wochen sein Leben verändern“ kann. Leider ist dies falsch. Allein die Annahme, dass Veränderung leicht sei, macht es noch schwerer den Weg echter Veränderung zu gehen. Unsere Annahmen und die Falschinformationen lassen uns Dinge erwarten, die nicht zutreffen. Wir sind dann noch schneller frustriert, resignieren und geben auf. Wir denken, wir seien „VersagerInnen“  und das alle anderen um uns herum es besser hinbekommen.

Das Leben ist Veränderung – so sagt man…

Ja, das Leben ist voller Veränderungen oder wie schon Charles Darwin sagte:

„Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel.“

Es ist nur so, dass viele Veränderungen im Leben, mit denen wir schließlich auch zurecht kommen (müssen) von uns gar nicht  gewollt oder initiiert wurden.

Der Unterschied zu gewollten Veränderungen ist, dass hier die Veränderungen von außen auf uns zu kommen und wir mit diesen neuen Umständen zurechtkommen müssen. Wir passen uns an und finden uns langsam mit den neuen Gegebenheiten zurecht. Am Anfang vielleicht nicht besonders gut oder wir leiden sogar unter der Veränderung, aber irgendwann passen wir uns wieder an. Das ist z.B. bei einer Trennung der Fall, die wir eigentlich gar nicht wollten.

Es tut furchtbar weh, aber irgendwann finden wir uns mit der neuen Situation ab und vielleicht stellen wir sogar fest, dass es uns und unserem Leben gut getan hat!?

Veränderungen, die wir selbst kreieren, sind wesentlich schwieriger!

Veränderungen sind alles, nur nicht leicht

Unser Gehirn ist „stockkonservativ“ und lehnt Veränderungen grundsätzlich erstmal kategorisch ab. Dies scheint evolutionär in uns angelegt zu sein –  immer nach der Regel: „Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach“.

So halten wir es denn durchaus lange in Situationen aus, in denen unsere Freunde schon lange sagen: „Warum tust du dir das an?“

Die Antwort ist leicht: wir wissen ja nicht, was statt dessen kommt und:  „Schlimmer geht immer!“

„Für Wunder muss man beten –  für Veränderungen aber arbeiten“
Thomas von Aquin

„Für Wunder muss man beten,
für Veränderungen aber arbeiten“
Thomas von Aquin

Unser Gehirn liebt die Sparflamme

Außerdem sind wir „Creatures of habit“, also Gewohnheitstiere. Wir sagen dies oft so dahin, ohne wirklich zu erfassen, wie tief diese „Macht der Gewohnheit“ in uns geht. Man kann sagen, dass diese Macht der Gewohnheit unseren Alltag bestimmt und damit unser Leben.

„Gewohnheiten sind die Fingerabdrücke des Charakters.“
Alfred Polgar

Gewohnheiten sparen dem Gehirn Energie, damit wir Ressourcen frei haben für andere wichtige Aufgaben. Das Gehirn überlässt den Gewohnheiten das Steuer im Alltag. Daraus läßt sich schlussfolgern, dass die Qualität unserer Gewohnheiten die Qualität unseres Lebens bestimmt!

90% unseres Alltags wird von Gewohnheiten bestimmt

Gewohnheiten fliegen unterhalb unseres Bewusstseinsradars. Wir sind uns derer ganz häufig nicht bewusst. Wir tun, was wir tun, ohne uns darüber klar zu sein, dass wir eine „lediglich“ Gewohnheit ausüben.

Sobald wir etwas ändern wollen, gehen wir also gegen unser stockkonservatives Gehirn und gegen unsere Gewohnheiten an.

Marc Twain sagt über das Überwinden von Gewohnheiten: „Eine Angewohnheit kann man nicht aus dem Fenster werfen. Man muß sie die Treppe hinunterboxen, Stufe für Stufe.“

Wille wird vollkommen überschätzt – du bist nicht schwach!

Du siehst, Veränderungen sind nicht einfach „mal so getan“. Und die viel beschworene Willenskraft hilft leider auch nur wenig. Diese wird nämlich komplett überschätzt. Uns steht ca. 15 min Willenskraft am Tag zur Verfügung. Mit diesem Vorrat kommen wir leider meist nicht weit. Es liegt also nicht an deiner mangelnden Willenskraft, wenn du es nicht schaffst, deine Veränderungswünsche  umzusetzen.

„Dem stärksten Willen fehlt oft die Kraft, die einer zarten Emotion selbstverständlich ist.​“
Elfriede Hablé

Ich will dich hier aber nicht total frustrieren. Ich möchte nur aufzeigen, dass es wichtig ist dir klar zu machen, dass Veränderungen leider nicht „nebenher“ geschehen, weil ich sie mir Sylvester vorgenommen habe. Vielmehr geschehen sie  – vor allem zu Beginn –  durch ganz viele Entscheidungen, die ich immer wieder neu treffen muss.

Wir sind bei weitem nicht so leistungsfähig, wie wir immer wieder von uns denken

Ein weiterer Punkt ist, dass wir uns immer wieder komplett überschätzen. Wir denken, wir können weit mehr leisten als es tatsächlich der Fall ist. Wie oft habe ich schon eine To-do Liste für einen Tag oder eine Woche erstellt, nur um dann – wieder einmal –  festzustellen, dass ich nur einen Bruchteil dessen geschafft habe, was ich mir vorgenommen habe. Dies führt zu Frustration und Enttäuschung über mich selbst – zwei wirksame Inhaltsstoffe, um wieder aufzugeben.

Veränderungen brauchen Raum, Zeit und Aufmerksamkeit!

Mitgefühl mit der eigenen Fehlbarkeit hilft ebenfalls. Viel Lob für die kleinsten Schritte ist auch sehr unterstützend. Verbal innerlich auf dich „einzuprügeln“ hilft nicht. Loben hingegen hilft viel mehr bei Veränderungen als Kritik (das ist übrigens auch in Beziehungen der Fall ? )

Darf ich vorstellen: der Rückschlag

Veränderungen sind Prozesse und deswegen niemals gradlinig. Die gewünschte Veränderung kommt immer mit ihrem unerwünschten Geschwister einher, der da heißt „Rückschlag“. Rückschläge sind Teil des Prozesses und sollten von dir eingeplant werden.

Erwarten wir einen stolperfreien Ritt, so führt dies beim ersten Rückschlag oft zum gefürchteten: „Ach, was soll’s, jetzt ist es auch egal“ und wir fallen komplett in alte Muster zurück. Und geben auf.

Ein Rückschlag ist nur ein Moment, in dem nicht alles rund läuft. Du kannst dich entscheiden, den „Fehltritt“ zu akzeptieren, zu schauen, was dazu geführt hat und wieder weiter machen. Dann wirst du auch ankommen!

Zu guter Letzt

Vor allem sollte jeder Mensch lernen, wie Veränderungen überhaupt in uns geschehen. Wir müssen wissen, wie unsere Psyche auf unsere Veränderungswünsche reagiert und wie wir so mit uns umgehen können, dass Veränderungen dennoch möglich sind. Veränderungen haben eine Struktur und diese ist immer gleich. Egal, ob du deine Essgewohnheiten verändern willst oder täglich meditieren möchtest. Je mehr du dir diese Struktur zu nutze machen kannst, desto wahrscheinlicher wird der Erfolg.

Der Kurs kostet 57 €